Die Kunst des Weglassens

by Oliver W Schwarzmann

Die Kunst des Weglassen

Die Magie der Kürze

In der Kürze liegt die Würze, weiß der Volksmund.
Und ja, nichts macht mehr Eindruck und bleibt länger haften, als das, was kurz gesagt werden kann.
Inhalte auf den Punkt zu bringen, sie zu komprimieren und zu verdichten, ist heute mehr denn je gefragt. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist die einer Stubenfliege, wir werden pausenlos abgelenkt und Zeit hat ohnehin keiner mehr. Da wird nur noch wahrgenommen, was heraussticht, sofort auffällt und in den Kopf knallt. Medienmacher wissen das – in den letzten Jahrzehnten kam es zu einer regelrechten „Eventisierung des Contents“. Schlagzeilen übernahmen den Inhalt, Stichworte die Erklärung. Effekt statt Information.
In vielen Fällen ist Verkürzung allerdings eine Reduzierung, ein Verlust. Denn das Weglassen ist eine Kunst. Und eine Verantwortung.     

Statt Verzicht = Verlust, besser: = Verstärkung

Gut, Verkürzen bedeutet zwangsläufig Verzicht. Man muss streichen.
Aber Verzicht muss nicht gleich Verlust heißen. Verzicht kann durchaus Verstärkung bedeuten.
Denn Kürzen verdichtet den Kern des Inhalts, offenbart das Wesentliche, puscht das Wichtige.
Doch was ist der Kern? Was das Wesentliche? Das Wichtige?
Um die Essenz von Content zu erkennen, bedarf es der Analyse von Schlüsselwörtern und des Kontextes. Man muss erkennen, was hinter den Worten steht. Welche Bedeutung lange Sätze und Erläuterungen haben. Der nächste Schritt ist die Vereinfachung, die allerdings nicht bloße Simplifizierung ist, ich nenne es lieber „Ver-Klarheitung“. Einfachheit ist Klarheit. 
Um komplizierte Informationen zu verklarheiten, bedarf es einer komplexen Denke. Die Vielschichtigkeit des Contents soll ja erhalten bleiben, jedoch ohne Verschachtelung. 

Die Botschaft ist das Ziel

Ob werbende oder erklärende Inhalte – jeder Content hat eine Botschaft, die er ausdrücken will.
Auf die kommt es an. Sie ist das Ziel. 
Eine gut herausgearbeitete Botschaft besitzt den weggelassenen Kontext implizit – d.h. der Inhalt ist vorhanden, aber nicht sichtbar, er entsteht im Kopf des Lesers. Die Botschaft ist der Auslöser. Sie setzt den Impuls, sie orientiert, zeigt die Richtung, führt. Die Message ist der Fokus. Und sie transportiert Inspiration und Emotion, nicht Information und Kontext.
Diese Kunst macht Zusammenfassungen, Teaser, Bulletpoints, Übersichten, etc. zu äußerst aktiven und intensiven Lese-Erlebnissen. 
Man muss sie nur beherrschen.        

Euer OWS
Dichter für die gute(n) Sache(n)

 

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