Was ist Wirkung?

by Oliver W Schwarzmann

Was ist Wirkung?

Wir alle möchten gut auf andere wirken, eine positive Ausstrahlung haben,
gefragt, bewundert und begehrt sein.  
Wegen dieses Wunsches pflegen wir eine enge Beziehung zu Spiegel und Selfie.  
Das Selbstbild gewährt uns die Gunst der Selbstbetrachtung.
Die ist wichtig für unsere Identität.
Kinder erkennen sich selbst bereits schon mit 2 Jahren im Spiegel.
Doch das Selbstbild ist vielmehr als ein Akt individueller Wahrnehmungsfähigkeit.
Via Spiegel und Selfie bewerten wir vor allem unsere Attraktivität,
die wiederum sehr wichtig ist für unser Selbstwertgefühl.
Nur, wenn wir uns selbst gefallen, glauben wir, auch anderen zu gefallen.

Es heißt ja, man muss zuerst sich selbst lieben, dann könne man auch andere lieben.
Das mag sein; aber ich kenne viele Personen, die sich selbst gar nicht mögen und dennoch
extrem beliebt sind.
Nun, sich selbst anzunehmen, wie man ist, halte ich trotzdem für einen guten Schlüssel,
um in der Welt mit anderen klarzukommen.
Selbstbewusstsein ist für mich, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.
Vor allem die Akzeptanz persönlicher Unzulänglichkeiten und der bewusste Umgang damit,
schafft Respekt. Nach innen wie nach außen.  
Die hohe Kunst, die danach kommt, ist, aus Fehlern Vorzüge zu machen.    

Bei der Eigenbeurteilung unseres Reizes versuchen wir, uns am allgemeinen Schönheitsideal
zu orientieren.
Wir vergleichen uns.
Was hat die oder der, was ich nicht habe?
Kaum jemand kann sich der Verführung des Vergleichens entziehen.
Wir alle machen das, bewusst und unbewusst.
Dabei ist genau jenes interessant und reizvoll, was eben nicht vergleichbar ist.
Man kann somit den Vergleich statt als Eigenkritik dazu nutzen,
um sich von der Gleichheit abzuheben.
Auf diese Weise wurden und werden große Stars geboren.  

Wie bekommt man also Ausstrahlung?
Hierfür gibt es jede Menge Tipps, das Netz ist voll davon.
Einiges lässt sich gut lesen und verwerten.
Ich denke, ein wichtiger Weg zur Wirkung, ist,
Gesicht zu zeigen, keine Maske.
In ein ehrliches, authentisches Antlitz schaut jeder gerne.
In ein fröhliches insbesondere.

Und Schönheit?
Nun, das Geheimnis wahrer Schönheit liegt darin, über jeglicher Bewertung zu stehen.
Wahre Schönheit ist demnach immer in Einzigartigkeit zu finden.
Auch im äußerlichen Auftritt; man sollte Oberflächlichkeit nie unterschätzen – sie ist die
Bühne unseres Stils.  
Freilich, dem Schönheitsideal zu entsprechen, kann hilfreich sein.
Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, und das ist wahr.
Denn die Wahrnehmung von Schönheit hängt wesentlich von den Vorstellungen
des Bewunderers ab.
Daher knistert es blitzartig zwischen bestimmten Paaren, hier sind die gleichen
Wellenlängen aufeinander getroffen.   

Auch die großen Verführerinnen und Verführer sind nicht stets
die absoluten Schönheiten im genormten, ideellen Sinne.
Nein, sie treten magisch und reizvoll auf.
Besitzen Charisma. Flair. Fluidum.  
Verstehen es, aus dem Offensichtlichen ein Geheimnis zu machen.
Als Mann darf ich sagen: Eine Frau muss nicht schön, sie muss aufregend sein.
Kleopatra ist hierfür ein „schönes“ Beispiel: Sie war wohl laut Abbildungen kein Model,
wohl aber eine betörend-erotische Erscheinung.
Und verführte damit zwei der größten römischen Feldherren.
Nun, es sind die schönen Menschen, die wir bewundern, aber es sind die charmanten,
in die wir uns verlieben. 

Charme besitzt eine große Anziehungskraft.
Charme ist allerdings keine Schmeichelei, der unserer Eitelkeit dient.
Nein, Charme ist eine Einladung, die unsere Seele ungesagt ausspricht.
Mit einem Blick. Oder einer Geste. 
Es ist eine Einladung, eine andere Ebene zu betreten.  
Wenn uns also ein Mensch, beim Kennenlernen signalisiert, dass wir mit ihm neue
und interessante Erfahrungen machen können, dann wird unser Interesse geweckt.
Unsere Seele erwacht. 
Und unsere Vorstellungskraft entfaltet ihre einmalige Stärke, indem sie uns zeigt,
was mit diesem menschen möglich sein könnte. 
Oft fragt man mich nach einer poetischen Ansicht zu „Schönheit“, worauf ich gerne antworte:
Schönheit ist sichtbare Fantasie.

Euer Oliver W. Schwarzmann

(Illustration/Bild: Daniel Clay)

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