Was macht eigentlich ein Wirtschaftsdichter?

Kommunikation – die richtigen Worte finden

Worte sind die Bausteine der Kommunikation und Kommunikation ist der Baustein unserer Zivilisation. Und unserer Wirtschaftswelt. Ohne Kommunikation geht gar nichts. Gerade weil Kommunikation so elementar ist, ist sie so schwierig. Denn Worte vermitteln nicht nur Inhalt, sondern Emotionen. Und es ist die Emotion, die über den Inhalt entscheidet. Wer kommuniziert, vermittelt Wirkung. Und auf die kommt es an.

Worte schaffen Aufmerksamkeit und Interesse, Worte erzeugen Wirklichkeit, sie informieren, vermitteln und überzeugen, sie schaffen Verständnis. Und ja, sie manipulieren und verletzen auch. Kurz: Worte entscheiden über Erfolg oder Misserfolg.

Was ist mit Taten?

Natürlich, Taten sind wichtig, aber sie selbst sind es nicht, die die größte Wirkung erzeugen. Sondern es sind die Worte, die über die Taten gemacht werden, die ihnen ihre Bedeutung verleihen. Alle großen Halden hatten daher stets ihre Schreiber mit dabei, die anschließend über die Abenteuer berichteten. Kluge Helden waren ebenso Kommunikations-Helden. Das hat sich bis heute erhalten: Unternehmen und Politik nutzen gezieltes Framing in Form von Marketing und Propaganda, um bei Kunden und Wählern gut dazustehen.

Kluge Framer erschaffen eine Realität. Eine Realität, die den Empfängern einleuchtet. Die sie anzieht, und in der sie sich zugehörig fühlen können. Denn das Hirn sucht nicht nach Wahrheit, sondern nach Plausibilität und Vertrautheit. Selbstverständlich sollte man stets meinen und tun, was man sagt, aber das ist nicht das Entscheidende – entscheidend ist, dass das Gesagte glaubwürdig wirkt. Und den Empfänger einbezieht.

Und ein Wirtschaftsdichter?

Ich werde oft gefragt, was einen Wirtschaftsdichter von einem herkömmlichen Texter unterscheidet. Die Antwort liegt nicht in der Berufung, denn alle, die schreiben, fühlen sich berufen. Und glauben an ihr Talent. Ein Unterschied liegt für mich auch nicht darin, dass die Worte des Dichters nicht verkaufen, sondern inspirieren wollen. Was nämlich nachweislich am besten verkauft. Nein, ich denke, der wahre Unterschied liegt in der Sicht auf die Dinge. Ich wurde vom Banker zum Poeten – weil ich spürte, dass ich anders auf die Welt blicke als eben andere. Bei mir geht es ebenso um die großen Gefühle, um die Wirkung von Worten – aber im Mittelpunkt steht der ungewöhnliche Blick. Der allem einen besonderen Sinn verleiht.

Ich dichte für die Wirtschaft. Am liebsten mit Gedankensprüchen, die ich für Unternehmen, Städte, Einrichtungen, Marken, Produkte, Anlässe, usw. entsprechend entwerfe. Und dabei muss jeder Satz nicht nur berühren und die höchste emotionale und inspirierende Wirkung besitzen, nein, er muss vor allem eine tiefe Einsicht vermitteln. Dann erreicht er auch das Innerste. Und nur dort erfährt er die höchste Anerkennung.

Oliver W. Schwarzmann

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